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Oksana Bulgakowa:
SINNFABRIK | FABRIK DER SINNE

Der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm, von isoliert angesprochenen Sinnen zu einem multisensoriellen, simultanen Erlebnis vollzog sich im sowjetischen Film innerhalb jener politischen, sozialen und existentiellen Umwälzung, die gewöhnlich als gewaltsame Modernisierung, als Massenterror oder als Verwirklichung der Utopie beschrieben werden. Die Geschichte der medialen und künstlerischen Umbrüche trat im Kontext dieser massiven Veränderungen dagegen bescheiden in den Hintergrund.
Dass die Künstler diesen Bruch selbst vollzogen, wurde oft als existentielle Notwendigkeit, als Überlebensstrategie und Anpassung interpretiert. Dabei war die sowjetische Avantgarde von der Vision der magischen Medien fasziniert, die eine problemlose Übersetzbarkeit der Schrift ins Bild oder in den Ton suggerierten. An diesem Schnittpunkt profilierten sich die polymorphen Eigenschaften des Mediums Film und dessen Experimente mit den medialen Sinnen.

[ 352 S. | zahlr. Abb. | ISBN 978-3-943190-19-9 Hardcover | 978-3-943190-18-2 Paperback ]